Kriterienkatalog zur Gestaltung von Ackerschlägen im Agrarraum - Landschaftsökologische Aspekte

Im Auftrag des sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (LfUG) wurden mögliche landschaftsökologische Auswirkungen der Landwirtschaft für die Planung systematisch aufbereitet. Der vom Dr. Norbert Feldwisch federführend erarbeitete Kriterienkatalog basiert auf einem konsistenten Konzept aus Umweltindikatoren und Umweltqualitätszielen.

 

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Landschaftsökologische Auswirkungen der Landwirtschaft können direkt oder indirekt in Zusammenhang mit der Schlaggröße und -geometrie gebracht werden. Dabei sind biotische und abiotische Auswirkungen zu beachten. Im Bereich der biotischen Auswirkungen der Flurgestaltung sind vor allem Biotopverlust und Verinselungseffekte wie Isolations-, Barriere- und Randzoneneffekte zu nennen. Diese Effekte tragen zur Verringerung des Genaustauschs zwischen Teilpopulationen und zur Artenverarmung des Agrarraumes bei. Im Bereich der Abiota spielen vor allem Auswirkungen der Flurgestaltung auf den Boden und das Wasser eine Rolle. Wenn bei der Schlageinteilung, -größe und -geometrie standörtliche Gegebenheiten nicht genügend berücksichtigt werden, kann dies eine Verschärfung der Bodenschadverdichtung und eine Erhöhung der Bodenerosion und der Stoffeinträge in Grundwasser und oberirdische Gewässer zur Folge haben.

Die zentrale Zielsetzung des F+E-Vorhabens lag in der Ableitung eines Kriterienkatalogs, der als Orientierungshilfe für eine naturraum-, standort- und nutzungsbezogene Optimierung der Ackerschlaggestaltung herangezogen werden kann. Die Ziele lauteten:

  • Entwickeln einer nachvollziehbaren und damit auch auf andere Naturräume Sachsens übertragbaren Methodik zur Ableitung von Zielsetzungen und Kriterien einer an landschaftsökologischen Erfordernissen ausgerichteten Gestaltung der Agrarstruktur;
  • Bestimmen von Kriterien und Indikatoren, anhand derer eine bestehende Agrarstruktur im Hinblick auf diese landschaftsökologischen Zielsetzungen bewertet werden kann und letztendlich konkrete Maßnahmen zu einer Veränderung der Strukturen eingeleitet werden können.

Der Abschlussbericht wurde im Jahr 2000 an das sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie übergeben.

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