Wirkungspfad Boden-Pflanze

Der Schadstofftransfer vom Boden zur Nutzpflanze kann über drei verschiedene Teilpfade erfolgen (vgl. Abb. 1):

Transferpfade für Schadstoffe aus dem Boden in die Pflanze
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1. Schadstoffe können aus dem Bodenwasser über die Wurzeln aufgenommen werden. Der Schadstofftransport erfolgt mit dem Bodenwasser zur Wurzel und innerhalb der Pflanzen mit dem Transpirationsstrom von der Wurzel in die oberirdischen Pflanzenorgane. Dieser Transfer wird als systemischer Pfad bezeichnet.

2. Die Verschmutzung der Pflanzenoberflächen mit Bodenanhang kann auch zur Pflanzenbelastung beitragen. Bewertungsrelevant sind dabei sowohl der Bodenanhang mit seinem Schadstoffgehalt als auch der aus dem Bodenanhang in der Pflanzenoberfläche adsorbierte Schadstoffanteil. Der Schadstofftransfer erfolgt über den Bodenanhang. Dieser Pfad wird als Verschmutzungspfad angesprochen.

3. Leicht- bis mittelflüchtige organische Schadstoffe können in die Bodenluft und die bodennahe Atmosphäre gelangen, so dass eine Schadstoffaufnahme über die unter- und oberirdische Pflanzenoberfläche erfolgen kann, wobei insbesondere die Aufnahme über die Spaltöffnungen der oberirdischen Blatt-/Sprossoberflächen sehr effektiv ist. Das Transportmedium bis hin zur Pflanze stellt bei diesem Aufnahmepfad die Bodenluft sowie bodennahe Atmosphärenluft dar. Insofern wird vom Ausgasungspfad gesprochen. Im Vergleich zu den beiden anderen Transferpfaden ist der Ausgasungspfad im praktischen Bodenschutzvollzug von geringerer Relevanz, da bewertungsrelevante Transferraten nur unter ganz spezifischen Bedingungen denkbar sind.

Die Bedeutung der drei Teilpfade für die Schadstoffbelastung der Nutzpflanzen kann in Abhängigkeit von Standort-, Pflanzen- und Schadstoffeigenschaften sowie meteorologischen Einflüssen und Bewirtschaftungseinflüssen sehr stark variieren. Bekannt ist der große Einfluss des pH-Wertes auf die Pflanzenverfügbarkeit (siehe auch unter Versauerung). Für die Untersuchung und Bewertung des Wirkungspfades Boden-Pflanze ist die grundsätzliche Kenntnis der verschiedenen Teilpfade und ihrer jeweiligen Relevanz von entscheidender Bedeutung. Auf dieser Grundlage lassen sich die am Einzelfall ausgerichteten Untersuchungs- und Bewertungsmethoden zielgenau konzipieren, die eine abschließende Beurteilung der relevanten Teilpfade sicherstellen.

Unsere Erfahrungen:

 

Unser Sachverstand:

  • Sachverständiger nach § 18 BBodSchG:
    Dr. Norbert Feldwisch ist am 4. November 2005 von der Industrie- und Handelskammer zu Köln nach § 36 Gewerbeordnung öffentlich bestellt und vereidigt worden als Sachverständiger für den Wirkungspfad Boden-Pflanze und für Bodenerosion durch Wasser <<mehr Infos>>.

Unsere Leistungen:

  • Orientierende Untersuchung und Detailuntersuchung
    - Schadstoffgehalte im Boden
    - Schadstoffbelastung der Pflanzen bzw. Ernteprodukte
    - Schadstofftransfer zu Nutztieren
  • Gefahrenbeurteilung nach
    - Bodenschutzrecht
    - Lebensmittelrecht
    - Futtermittelrecht
  • Ableiten von Nutzungskonzepten
  • Ableiten notwendiger Maßnahmen der Gefahrenabwehr
  • Abstimmen der Schutzmaßnahmen mit den Beteiligten (Flächennutzer, Bodenschutzbehörde, Lebensmittel-/Futtermittelüberwachung, Veterinäramt, Landwirtschaftskammer)
  • Sanierungsplanung für schadstoffbelastete Böden (Phytoextraktion / Phytoremediation, Phytostabilisierung) mit Hilfe des Anbaus von Energiepflanzen