BBK - Digitale Bodenbelastungskarten

In Gebieten mit erhöhten Schadstoffgehalten ist eine grundstücksbezogene Messung der Schadstoffgehalte nicht mehr effizient durchführbar. Die Vielzahl der Einzelflächen würde eine zu hohe personelle und finanzielle Belastung verursachen. Aus diesem Grund müssen sich die Untersuchungs- und Bewertungsschritte auf Punktmessungen stützen, deren Ergebnisse nach klaren Regeln in die nicht beprobte Fläche übertragen werden.

BBK_Dortmund_VSWDie Übertragung von Punktmessungen in die Fläche erfolgt in Nordrhein-Westfalen bei der Erstellung von digitalen Bodenbelastungskarten (Karten der geschätzten Schadstoffgehalte im Oberboden). Dazu kann auf ein spezielles Softwareprodukt (so genannte BBK-Tools) zurückgegriffen werden. In der praktischen Anwendung hat sich herausgestellt, dass nicht alle Anforderungen der Geostatistik uneingeschränkt mit den BBK-Tools erfüllt werden können.

Insofern setzt das Ingenieurbüro Feldwisch weitere Softwareprodukte ein, um die statistische und geostatistische Aussagesicherheit der Bodenbelastungskarten zu verbessern. Darüber hinaus nimmt das Ingenieurbüro Feldwisch auch eine Auswertung der Bodenbelastungskarten für unterschiedliche Vollzugsaufgaben des Bodenschutzes vor. Damit werden den zuständigen Bodenschutzbehörden qualifizierte Hilfestellungen für den gebietsbezogenen Bodenschutz zur Verfügung gestellt.

Unsere Kompetenzen im Bereich Bodenbelastungskarten:

1. Umfangreiche Erfahrungen bei der Erstellung von BBK:
Bereits abgeschlossen haben wir Bodenbelastungskarten für die Stadt Dortmund, den Rheinisch-Bergischen Kreis sowie für den Märkischen Kreis (BBK Volmetal und BBK für die Städte Hemer und Menden). Weiterhin haben wir im Auftrag des Landesamtes für Natur und Umwelt Schleswig-Holstein auf der Grundlage des BBK-Ansatzes NRW Bodenbelastungskarten für die Landkreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg erstellt. Die Bodenbelastungskarten für die Stadt Mönchengladbach haben wir 2009 fertiggestellt, 2010 folgte dann die Bodenbelastungskarte für den Kreis Olpe. Die Bodenbelastungskarte für den Siedlungsbereich der Stadt Bochum schließt sich im Jahr 2012 an und wird im Jahr 2014 abgeschlossen werden. Für die Stadt Wuppertal führen wir die BBK im Außen- und Siedlungsbereich im Jahr 2014 fort. Weiterhin erstellen wir in 2014 aktualisierte landesweite BBKs im Auftrag des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV NRW). Damit haben wir für insgesamt 7 Kreise und 4 kreisfreie Städte mit einer Gesamtfläche von rund 6.000 qkm Bodenbelastungskarten und entsprechende Auswertekarten angefertigt.
Dabei stellten sich die Belastungsursachen, die Schadstoffspektren und Schadstoffgehalte in den von uns untersuchten Landschaftsräumen gänzlich unterschiedlich dar, so dass jeweils angepasste methodische Lösungen erarbeitet werden mussten.

Kartenbeispiele “Vorsorgewertvergleich”:
 

BBK_Dortmund_VSW

BBK_RBK_VSW

BBK_suedSH_VSW2004

2. Innovative Lösungen bei der Erstellung von Schätzwertekarten:
Bodenbelastungskarten werden von uns auf der Grundlage der BBK-Methodik NRW erstellt. Dabei werden jedoch an die spezifischen Bedingungen der Untersuchungsräume angepasste methodische Ergänzungen vorgenommen. Beispiele:
Ableiten von geogenen Ausgangsgehalten aus Untergrund- und Unterbodendaten: Für die Landkreise in Schleswig-Holstein mussten anhand recherchierter Untergrund- und Unterbodendaten die geogenen Ausgangsgehalte ermitteln werden. Dabei sind die geogenen Ausgangsgehalte von vergleichsweise großer Bedeutung für die Schätzgüte der Bodenbelastungskarten, weil der relative Anteil der geogenen Ausgangsgehalte an den Schadstoffgehalten der Oberböden hoch ist. Methodisch zu berücksichtigen waren bei der Ableitung der geogenen Ausgangsgehalte auch die spezifischen geologischen Bedingungen, die in weiten Bereichen durch Decksubstrate geprägt sind.
Immissionseinfluss eines ehemaligen Hüttenstandortes: Bei den Bodenbelastungskarten für den Rheinisch-Bergischen Kreis stellte sich ein deutlicher Immissionseinfluss eines ehemaligen Hüttenstandortes heraus. Dieser spezifische Einflussfaktor wird von den LUA-BBK-Tools nicht berücksichtigt und kann bei der kreisweiten BBK-Erstellungen zu fehlerhaften Schätzwertekarten führen. Aus diesem Grund haben wir dieses abgrenzbare Teilgebiet gesondert betrachtet und unter Einbeziehung weiterer Messstellen der Altlastenerkundung eigenständige Schätzwertekarten erstellt.
Fernimmissionen: Im Mittelgebirge kann der Bodenstoffhaushalt durch Fernimmissionen aus industriellen Zentren beeinflusst sein. Insbesondere in bewaldeten Kammlagen ist von erhöhten Stoffeinträgen auszugehen. Der Einfluss von Fernimmissionen kann mit geostatistischen Verfahren in der Raumanalyse ermittelt werden. Die ermittelten Effekte berücksichtigen wir anschließend bei der Interpolation der Schadstoffgehalte. Im Ergebnis liegen räumlich stärker differenzierende digitale Bodenbelastungskarten vor.
Überschwemmungseinfluss: Geostatistisch sind Überschwemmungsgebiete im Regelfall schwer in eine kreisweite Bodenbelastungskarte zu integrieren. Aus diesem Grund differenzieren wir auf der Grundlage der Raumanalyse zwischen Überschwemmungsgebieten mit unterschiedlichen Schadstoffniveaus und Schadstoffspektren. Die räumliche Darstellung der Schadstoffsituation in Überschwemmungsgebieten wird anschließend im Regelfall in Form von Medianwertzuweisungen vorgenommen, wobei Längs- und Querdifferenzierungen berücksichtigt werden. Diese kartografischen Arbeiten führen wir außerhalb der BBK-Tools durch und fügen abschließend die Karten "Überschwemmungsgebiete" und "kein Überschwemmungsgebiet" in einem GIS zusammen. Die Raumanalyse umfasst auch die mögliche Ergänzung der gesetzlich ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete um weitere typische Auenböden, die wir anhand einer Auswertung der Bodenkarte identifizieren.

Kartenbeispiele zur Differenzierung der Schadstoffgehalte in Überschwemmungsgebieten:

UEG_Quer_061106_3a
UEG_Laengs_061106_3

3. Erfahrungen bei der Abgrenzung von Teilgebieten / Bodenschutzgebieten: Methodische Konzepte zur Abgrenzung von Teilgebieten haben wir sowohl im Auftrag des MUNLV NRW (Muster-Bodenschutzgebietsverordnungen inkl. Arbeitshilfe) als auch im Auftrag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (Leitfaden zur Umsetzung des Bodenschutzrechtes in Gebieten mit großflächig erhöhten Schadstoffgehalten, 1 MB, pdf) erstellt. Die für Sachsen erstellte Methode wird derzeit bei der Ausweisung des Bodenplanungsgebietes "Freiberg" einer ersten pilothaften Anwendung unterzogen. Bei der Erstellung von Bodenbelastungskarten nehmen wir Teilgebietsabgrenzungen entsprechend geostatistischer Anforderungen (--> Raumanalyse und Konzeptkarte) vor, wie bereits weiter oben beschrieben. Teilgebietsabgrenzungen sind auch Gegenstand des LUA-Auftrags „GE-Anleitung NRW“.

4. Einbringen von Bodenschutzzielen in Planungs- und Zulassungsverfahren:
Die Bodenschutzziele sind immer im Zusammenhang mit anderen Raumansprüchen zu sehen. Auf Grund unserer Erfahrungen bei Planungs- und Zulassungsverfahren können wir die bodenschutzfachlichen und -rechtlichen Belange in einen Zusammenhang mit angrenzenden Rechtsbereichen stellen und damit die Umsetzbarkeit verbessern. Diese Erfahrungen sind bereits bei der Raumanalyse und der Ableitung einer Konzeptkarte hilfreich, weil darauf die räumlichen und inhaltlichen Differenzierungen der Bodenbelastungskarten aufbauen.

5. Wissenschaftlicher Austausch:
Unsere bodenschutzrechtlichen und -fachlichen Kompetenzen verdanken wir nicht zuletzt einem regen wissenschaftlichen Austausch mit den Fachbehörden auf Landes- und Bundesebene, mit Fachverbänden sowie mit Universitätsinstituten. Fragestellungen des Bodenschutzvollzugs diskutieren wir regelmäßig in entsprechenden Fachgremien. Vorträge und Veröffentlichungen in diesem Themenbereich runden unsere fachwissenschaftlichen Aktivitäten ab. Durch diesen Austausch können wir den aktuellen Stand des Wissens bei der Erstellung von Bodenbelastungskarten berücksichtigen.

6. Maßnahmen der Gefahrenabwehr:
Nicht nur die Gefahrenbeurteilung im Zuge der Auswertung einer Bodenbelastungskarte, auch die Ableitung geeigneter und erforderlicher Maßnahmen der Gefahrenabwehr kann von uns vorgenommen werden (vgl. z.B. Wirkungspfad Boden-Pflanze). Neben konzeptionellen Erfahrungen (Aufträge der Landesumweltämter Nordrhein-Westfalen und Brandenburg sowie der LABO; Abfassen des Buches "Gebietsbezogener Bodenschutz" im Erich Schmidt Verlag) verfügen wir auch über praktische Erfahrungen bei der Maßnahmenableitung.

Leistungsangebot des Ingenieurbüros Feldwisch:

  • Akten-/Datenrecherchen
  • Raumanalysen mit Hilfe von Geoinformationssystemen
  • Messnetzplanung und Bodenuntersuchungen
  • Erstellen von Bodenbelastungs- bzw. Bodenzustandskarten und bodenschutzfachlicher Auswertekarten
  • Beratung zur Vorsorge und Gefahrenabwehr bei stofflichen Bodenbelastungen
    + Auf- und Einbringen von Bodenmaterial nach § 12 BBodSchV
    + Bewertung der Wirkungspfade Boden-Pflanze, Boden-Mensch und Boden-Grundwasser
    + Aufstellen kommunaler bzw. kreisweiter Bodenschutzkonzepte
    + Einbringen von Bodenschutzbelangen in Planungs- und Genehmigungsverfahren
    + Bodenmanagement und Verwertungsplanung
     

Weitere Informationen: