F+E-Vorhaben "Bodenschutz in NATURA2000-Gebieten”
11.12.2007: Arbeitshilfe liegt nun vor!

Spanische Flagge auf Wasserdost

Für die Unterstützung der naturschutzfachlichen Arbeit in Natura2000-Gebieten wurde die praxisnahe Handreichung “Bodenschutzfachlicher Beitrag zur Entwicklung einer umweltverträglichen Landnutzung für Natura2000-Gebiete” zu Maßnahmen des Bodenschutzes erarbeitet, welche erforderlich sind, um einen günstigen Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten sicherzustellen.

Bei der naturschutzfachlichen Arbeit in Natura2000-Gebieten (u. a. Managementplanung) sind auch die abiotischen Umweltfaktoren – und insbesondere die potenziellen stofflichen bodenkundlichen und hydrologischen Rahmenbedingungen, die die Erhaltung oder die Entwicklung der Natura2000-Gebiete gefährden könnten – zu berücksichtigen.

Die vorliegende Arbeitshilfe zielt darauf ab, einfache bodenschutzfachliche Erfassungs- und Bewertungsmethoden vorzustellen, die regelmäßig mit vertretbarem Aufwand bei der Aufstellung von FFH-Maßnahmenplänen angewendet werden können. Der Aufwand für die Erfassungs- und Bewertungsmethoden wird durch die Verwendung landesweit vorhandener digitaler Datengrundlagen begrenzt. Dazu baut die Methodik zur Gefährdungsabschätzung auf vorhandenen Ansätzen auf.

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Angestrebt wird eine raum- bzw. einzugsgebietsbezogene Gefährdungsanalyse, auf deren Grundlage die Bedeutung möglicher Risikostandorte und Beeinträchtigungspfade für Natura2000-Gebiete bewertet und im Regelfall notwendige Maßnahmen zur Erhaltung oder Wiederherstellung abgeleitet werden können. Dieser raumbezogene Ansatz geht über die „Pufferzonen“-Betrachtung hinaus, die in FFH-MaP häufig angewendet wird. Stattdessen werden Prozessräume betrachtet, um mögliche Beeinträchtigungen zu ermitteln und notwendige Erhaltungs- bzw. Wiederherstellungsmaßnahmen abzuleiten. Dazu zählen insbesondere Veränderungen des Stoff- und Wasserhaushaltes von Böden z.B. durch Bodenerosion und Nährstoff- und Schadstoffeintrag in die Schutzgebiete.

An ausgewählten Fallstudien, wie zum Beispiel die Analyse des Wassereinzugsgebietes Triebelbach (Gewässer der Flussperlmuschel) wird die Vorgehensweise der Bewertungsmethode beschrieben.  

Segelfalter

Anhaltspunkte zur Bewertung landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsverfahren im Hinblick auf bewirtschaftungsbedingte Beeinträchtigungen werden in Form textlicher Erläuterungen aufgeführt.

Besonders komplexe Beeinträchtigungssituationen, die nicht ausreichend sicher mit einfachen Methoden bewertet werden können, müssen ggf. durch ergänzende Erfassungs- und Bewertungsverfahren untersucht werden. Dazu werden in der vorliegenden Arbeitshilfe Hinweise gegeben.

Materialband und Arbeitshilfe stehen auf Anfrage zur Verfügung.

 

Ansprechpartner:
Dr. Norbert Feldwisch, Ingenieurbüro Feldwisch, Tel. 02204/4228-50
Dr. Arnd Bräunig, Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Tel. 03731/294-228