Bodenerosion durch Wasser – Bewertungsmethodik und Instrumente der deutschen Bundesländer

Der BVB-Fachausschuss 2.2 "Bodenerosion" hat den aktuellen Stand der Methoden und Instrumente zur Erfassung und Bewertung von Bodenerosion durch Wasser zusammengestellt. Die Ergebnisse sind in der Reihe BVB-Materialien, Band 14 veröffentlicht.

Die Notwendigkeit, sich mit Verfahren zur Abschätzung der Erosionsgefährdung durch Wasser zu befassen, hat mit dem Inkrafttreten des Bundes-Bodenschutzgesetzes von 1999 deutlich an Bedeutung gewonnen. Das Bundes-Bodenschutzgesetz verpflichtet den Grundstückseigentümer und den Inhaber der tatsächlichen Gewalt über ein Grundstück, Maßnahmen zur Abwehr drohender schädlicher Bodenveränderungen zu ergreifen (§ 4 BBodSchG, Gefahrenabwehr) bzw. Vorsorge gegen das Entstehen schädlicher Bodenveränderungen zu treffen (§ 7 BBodSchG, Vorsorge). Die Vorsorgepflicht trifft darüber hinaus auch denjenigen, der Verrichtungen auf einem Grundstück durchführen lässt oder durchführt, die zu Veränderungen der Bodenbeschaffenheit führen können.

Redaktion von Dr. Norbert Feldwisch
u. Dipl.-Ing. Ellen Dankelmann,
Bergisch Gladbach
Hrsg. vom Bundesverband Boden (BVB) e. V.
151 Seiten, 14,4 x 21 cm, kartoniert
ISBN: 3-503-09084-3
Preis: EUR (D) 29.80
Verlagsseite:
 http://www.esv.info/id/350309084/katalog.html

Sowohl im Falle der Gefahrenabwehr als auch im Rahmen der Vorsorge und der Beratung sind die landwirtschaftlichen Fachbehörden der Bundesländer beteiligt. Deren Tätigkeiten im Erosionsschutz orientieren sich an festgestellten Erosionsschäden beziehungsweise an der zu ermittelnden standörtlichen Erosionsdisposition. Die Methoden und Instrumente, die die Behörden in den Bundesländern zur Abschätzung der Erosionsdisposition von Standorten heranziehen und mit denen sie die Wirksamkeit von Maßnahmen – etwa der guten fachlichen Praxis nach § 17 BBodSchG – abschätzen, sind Thema dieses Kompendiums.

Das Kompendium soll neben der Erfassung des Status Quo auch Defizite und Nachholbedarf aufzeigen und zu verstärkten Anstrengungen im Erosionsschutz anregen. Es zeigt sich, dass in Deutschland neben einer mehr auf Sach- und Standortkenntnis beruhenden allgemeinen Einschätzung der Erosionsdisposition eines Einzelfalles grundsätzlich zwei Herangehensweisen existieren. Einerseits wird eine qualitative Klassifizierung eines Standorts vorgenommen, bei der eine Angabe prognostizierter Abtragsmengen je Bezugsfläche und Zeiteinheit unterbleibt. Andererseits werden mit Hilfe von Modellen potenzielle Abträge errechnet und diese dann als Beurteilungsmaßstab herangezogen – gegebenenfalls unter Orientierung an einer Toleranzgrenze.

Das Kompendium ist nach Bundesländern gegliedert. Zu Beginn eines jeden Kapitels erfolgt in der Regel eine regionalspezifische Charakterisierung der Erosionssituationen im jeweiligen Bundesland. Anschließend wird neben der beschreibenden Darstellung der einzelnen Methodiken deren Einsatz, der Bestand an Daten und die Akzeptanz von Methoden und Modellen sowie den aus deren Ergebnissen gezogenen Konsequenzen berichtet. Behandelt wird die Bodenerosion durch Wasser. Es blieb den Autoren jedoch überlassen, auch einen kurzen Blick auf Probleme der Winderosion zu werfen, was im Falle einiger Bundesländer geschieht. Nicht eingegangen wird auf Tunnelerosion, Bearbeitungserosion, Erosion infolge Überflutung und Massenversatz am Hang.

Die Berichte betreffen die Flächenstaaten der Bundesrepublik Deutschland. Die drei Stadtstaaten greifen bei Fragen zur Bodenerosion auf die Zuarbeit aus den benachbarten Flächenstaaten zurück. Entsprechend sind Hamburg und Bremen durch den niedersächsischen und Berlin durch den brandenburgischen Bericht mitberücksichtigt.

Weitere Informationen bei:
Dr. Konrad Mollenhauer (FA-Obmann) Email: konrad.mollenhauer@agrar.uni-giessen.de


Nützliche Links zum Thema Bodenerosion: