Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen

Herkömmliche Kompensationsmaßnahmen entziehen zumeist der Landwirtschaft zusätzliche Flächen. Insofern spricht die Landwirtschaft von doppeltem Eingriff: 1. Flächenentzug durch den eigentlichen Eingriff; 2. Flächenentzug durch die Kompensationsmaßnahmen wie z. B. Aufforstungsmaßnahmen oder Anlage von Biotopen etc. auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Um diesem Dilemma Rechnung zutragen, werden Kompensationskonzepte diskutiert, die bei einer weiteren landwirtschaftlichen Flächennutzung den naturschutzrechtlichen Kompensationsbedarf abzudecken vermögen.

Die Idee des kooperativen Naturschutzes ist nicht neu. Seit Anfang der 80er Jahre zeigen Erfahrungen z. B. aus Vertragsnaturschutzprogrammen, dass in Kooperationen zwischen den Naturschutzverwaltungen und -verbänden sowie der Land- und Forstwirtschaft gute Erfolge für den Naturschutz erreicht werden können.

Im Rahmen der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung ist der kooperative Gedanke aber bisher nicht im erforderlichen Maße umgesetzt. Nach wie vor werden sowohl durch Bauvorhaben als auch durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen der Land- und Forstwirtschaft Flächen entzogen. Auch aus naturschutzfachlicher Sicht wird Handlungsbedarf bei der Auswahl und vor allem bei der Umsetzung bzw. Pflege von Kompensationsflächen und -maßnahmen gesehen.

Konzeptionelle Ansätze zur produktionsintegrierten Kompensation wurden auf Fachtagung des Deutschen Bauernverbandes und des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten "Innovative Konzepte für Landwirtschaft und Naturschutz bei der Eingriffsregelung" am 9. und 10. Mai 2006 in Bonn-Röttgen diskutiert.

Auf der Tagung wurden produktions- bzw. betriebsintegrierte Maßnahmen aus Sicht der Landwirtschaft und des Naturschutzes beleuchtet. Neben diesen fachlichen Voraussetzungen für eine Kooperation im Rahmen der Eingriffsregelung wurden Chancen und Grenzen aus rechtlicher, planerischer und praktischer Sicht sowie Beispiele von innovativen Kompensationsmodellen vorgestellt und diskutiert.
                               
Ziel der Fachtagung war es, praktikable Wege einer Kooperation zwischen Naturschutz und Landwirtschaft zu identifizieren und Schritte zu einem „Ausgleich“ nicht nur in naturschutzfachlicher Sicht, sondern auch beim Ausgleich bisher konkurrierender Interessen anzuregen.

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