Schadstoffe (Schädliche Bodenveränderungen und Altlasten)

Durch die Siedlungs- und Industriegeschichte sind vielerorts die Schadstoffgehalte im Boden erhöht. Als Bewertungsmaßstab dienen die bodenschutzrechtlichen Vorsorge-, Prüf- und Maßnahmenwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV).

Informationen zu schädlichen Bodenveränderungen oder Altlasten bzw. entsprechenden Verdachtsflächen können kommunalen Katastern, landesweiten Datenbanken oder Kartenwerken entnommen werden. In Nordrhein-Westfalen kann zum Beispiel auf das Fachinformationssystem Stoffliche Bodenbelastung (FIS StoBo) zurückgegriffen werden, welches für jedermann im Internet und für Behörden im Landesverwaltungsnetz direkt zugänglich ist. Weiterhin existieren in vielen kreisfreien Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens digitale Bodenbelastungskarten, welche die Schadstoffgehalte der Böden kartografisch wiedergeben. Auf der Grundlage derartiger systematisch aufbereiteter Bodeninformationen können Planungs- und Zulassungsverfahren verlässlich durchgeführt werden.

Bei Bodenaushub sind neben bodenschutzrechtlichen Anforderungen an die bodenseitige Verwertung auch abfallrechtliche Bestimmungen bei der Entsorgung belasteten Bodenmaterials zu berücksichtigen.

Kommunen müssen die Schadstoffsituation der Böden insbesondere bei der Bauleitplanung berücksichtigen, um gesunde Wohn- und Arbeitsbedingungen gewährleisten zu können. Weiterhin besteht bodenschutzrechtlich die Pflicht zur Gefahrenabwehr beim Vorliegen schädlicher Bodenveränderungen oder Altlasten. Dazu kann die Kommune die Pflichtigen nach § 4 Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) heranziehen.

Liegen schädliche Bodenveränderungen oder Altlasten vor, dann ist in Nordrhein-Westfalen der gemeinsame Runderlass des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport sowie des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur “Berücksichtigung von Flächen mit Bodenbelastungen, insbesondere Altlasten, bei der Bauleitplanung und im Baugenehmigungsverfahren” (Altlastenerlass, pdf 62 KB) zu berücksichtigen.
 

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Weitere nützliche Links zur Thematik:

Weitere Informationen zum Schwerpunkt kommunaler Bodenschutz:

 

 Werteregelungen der BBodSchV (in mg/kg) (Auszug)

 

Prüfwerte

Vorsorgewerte

 

Wirkungspfad
B
oden-Mensch

Wirkungspfad
B
oden-Pflanze Ackerbau / Nutzgarten

 

Parameter

Kinderspiel-
fl
ächen

Wohn-
g
ebiete

Park- u. Frei-
zeitanlagen

Industrie u. Gewerbe

Pflanzenqualität

für Bodenarten-
hauptgruppe
Lehm / Schluff

Arsen

25

50

125

140

200 1)

Blei

200

400

1.000

2.000

0,1 2)

70

Cadmium

10 3)

20 3)

50

60

0,04 / 0,1 2), 4)

1

Cyanide

50

50

50

100

Chrom

200

400

1.000

1.000

60

Kupfer

40

Nickel

70

140

350

900

50

Quecksilber

10

20

50

80

5

0,5

Zink

150

PAK

3 / 10 5)

B(a)P

2

4

10

12

1

0,3 / 1,0 5)

Aldrin

2

4

10

DDT

40

80

200

Hexachlor-
benzol

4

8

20

200

Hexachlor-
hexan (HCH-
Gemisch oder
ß-HCH)

5

10

25

400

Pentachlor-
phenol

50

100

250

250

PCB6

0,4

0,8

2

40

0,05 / 0,1 5)

1) Bei Böden mit zeitweise reduzierenden Verhältnissen (= Stau- bzw. Grundwassereinfluss) gilt ein Prüfwert von 50 mg As / kg Boden.
2) Blei- und Cadmium-Analytik für den Wirkungspfad Boden-Pflanze im Ammoniumnitratextrakt.
3) In Haus- und Kleingärten, die sowohl als Aufenthaltsbereiche für Kinder als auch für den Anbau von Nahrungspflanzen genutzt werden, ist für Cadmium der Wert von 2,0 mg/kg Boden als Prüfwert anzuwenden (Wohngartenszenario).
4) Die angegebenen Werte sind Maßnahmenwerte. Beim Anbau stark Cadmium-anreichernder Gemüsearten gilt als Maßnahmenwert
0,04 mg/kg Boden; ansonsten gilt als Maßnahmenwert 0,1 mg/kg Boden im Ammoniumnitratextrakt.
5) Niedrigere Vorsorgewerte gelten für Böden mit Humusgehalten <= 8 Masse-%, höhere Vorsorgewerte für Böden mit Humusgehalten
> 8 Masse-%.